Satzung / Ziele des Vereines

Hauptkategorie: Verein intern Kategorie: Über uns Erstellt: Samstag, 05. Dezember 2009 Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 18. April 2013 Veröffentlicht: Samstag, 05. Dezember 2009 Geschrieben von Jörg Hoppe

Die gültige Fassung der Satzung  ist im Anhang abzurufen (Acrobat Reader)

Neumitglieder müssen mit 7 €/Monat rechnen (2 Cola, 1Kaffee), Jugendliche und sozial nicht in vollem Saft stehende (auf Antrag!) 3,50 €... laut Beschluss der Jahreshauptversammlung 2009 am 18.01.2010)

 

 

Ziele und Leitlinien des Vereines

Technik ist inzwischen so selbstverständlich in den Alltag eingebettet, sofort und billig verfügbar, weitgehend automatisch und kompakt sowie wartungsfrei bis zum Totalausfall, oder eher ist ein Gerät technisch veraltet und wird an die Kinder oder als Spende weitergegeben, damit Platz für das Modernste geschaffen wird. Gerade Computer und deren Nachfolger, Smart-Phones und Tablets, sind besonders davon betroffen.

Da es keine  Reparatur oder Pflege mehr geben muss, und man auch nicht mehr mit den menschlichen Sinnen erkennen kann, was in einem Computer vor sich geht, wachsen Jugendliche ohne Ahnung von den wunderbaren Ideen und Techniken auf, die Menschen für Menschen erfunden und in Rechengeräte, später Textsysteme oder Bürocomputer, eingepflanzt haben. Die Altvorderen kennen noch Computer und deren Innenleben sowie die "Denkweise" (Programmtechnik), sind aber bei den neuesten Techniken nicht mehr auf dem Laufenden, weshalb ein Zugriff auf die Jugend unmöglich scheint, die eventuell über die Programmierung von Smartphones etwas wissen möchten, andererseits mit dem Erlernen dieser Technik völlig überfordert wären. Dazu müsste man schon einige Semester Informatik studiert haben!

Wie also kommen wir an die Menschen heran, die Computer durchaus interessant finden, aber nicht dort hineinsehen können und Theorie zunächst einmal langweilig finden? Wie begeistern wir Jugendliche für MINT-Fächer und Laien für Technik. Wie verbessern wir das Image?

Die Arbeit mit musealen Exponaten unserer Sammlung oder Demonstrationen mit ihnen sind didaktisch optimal geeignet, um schon Kinder ab 8 Jahren an Funktionsweisen heranzuführen. Hier einige Beispiele aus unserem Angebot:
Mit einer Kurbel-Rechenmaschine lösen Kinder Aufgaben mechanisch, die sie sonst per Hand rechnen müssen. Dabei erkennen sie sofort, und sind begeistert, dass sich ihr mühsames Geschäft in der Schule mit einem ratternden Stahlgetriebe viel leichter lösen lässt. Und sie sehen hier, nirgends sonst, dass der Übertrag in die nächste Zehnerstelle ebenfalls so ausgeführt wird, wie in der Schule; beim Addieren wie beim Abziehen. Und das Malnehmen und Dividieren? Alles wie in der Schule.

Den fortgeschrittenen Schülern zeigen wir eines unserer ältesten Stiftaddiermaschinen, wo an der Seite jeder Zahl das Komplement (Ergänzung zu 10) steht. Und nur 10 Minuten später begreifen sie, dass man mit diesem uralten Trick auch im Zweiersystem abziehen kann. Ein Computer kann also eigentlich nur addieren, Komplemente bilden und Stellen verschieben; alles andere ist bereits Programm, wenn auch zum Teil fest in Silizium gespeichert.

Und für Alt und Jung ist der Addierteppich der Knaller: Ein Addierwerk mit 15 Menschen als Logikbausteine. Nachdem Tennisbälle (Bits) weitergegeben und in die Zielmarken gelegt wurden, können alle Teilnehmer(innen) nachrechnen, ob sie alles richtig gemacht haben, oder ob zum Beispiel ein "Laufzeitfehler" vorgekommen ist. Das macht richtig Spaß, mit Treillerpfeife als Taktgeber und den Händen als Speicher für Bälle.

Unsere Bildungsförderung möchte auch zeigen, dass es neben der Liebe zu Natur oder Musik oder Kunst auch eine Begeisterung für Technik geben kann. Und dass Technikgeschichte ganz klar eine Kulturgeschichte ist, weil sie unser Alltagsleben, die Rollen der Beschäftigten und die Möglichkeiten des Menschen massiv beeinflusst hat und weiterhin beeinflussen wird. So ist auch interessant, dass mit den ersten elektronischen Tischrechnern der unsägliche Krach der ratternden Rechenmaschinen aufhörte (ca. 1968), dafür fast gleichzeitig Frauen an Datenerfassungs-Bildschirmgeräten in Großraumbüros wahnsinnig wurden ob der Routine ("Die Lochkartenmaschinen waren noch schlimmer").

Wir halten der "fatalen Entwicklung zum naturwissenschaftlichen-technischen Laientum"* unsere Arbeit entgegen. dazu gehörtdas Archivieren nicht an wichtigster Stelle: Auch Simulationen und das Aufbereiten zu lauffähigen Geräten und Computersystemen gehört dazu, wie auch die oben erläuterte Kommunikation mit Besuchern und das Bereitstellen historischer und technischer Informationen, in der Regel über das Internet. Unser Ziel ist also eine Dienstleistung an die Gesellschaft. Und wir hoffen, dass sie angenommen und unterstützt wird, besonders von noch mehr Mitgliedern!

*Deutsches Museum intern, Kultur und Technik S.59 2/2012: Wolfgang Heckl

 

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