Hermann Hollerith: 150er Geburtstag

Hauptkategorie: Aktuelles Erstellt: Dienstag, 02. März 2010 Zuletzt aktualisiert: Samstag, 30. Juni 2012 Veröffentlicht: Dienstag, 02. März 2010 Geschrieben von Jens Kirchhoff

Herman Hollerith (* 29. Februar 1860 in Buffalo, New York; † 17. November 1929 in Washington, D.C.) war ein US-amerikanischer Unternehmer und Ingenieur. Er ist Erfinder des nach ihm benannten Hollerith-Lochkartenverfahrens in der Datenverarbeitung.....

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Hermann-Hollerith-1

http://de.wikipedia.org/wiki/Herman_Hollerith

Zusätzlich zu der wikipedia-Information sei hier verwiesen auf einen Artikel der Süddeutschen Zeitung Nr.48 S.24 (27/28 Feb 2010) mit dem Titel "Unfehlbar wie die Mühlen Gottes". Dort werden weitere interessante Details erwähnt:

  • Spitzname des Kartensortierers und -zählers der Volkszählung war "statistisches Klavier"
  • Die Kontakte funktionierten mit Quecksilber: Die Dämpfe wurden eingeatmet.
  •  Alle 4 Sekunden mussten die Damen eine Karte wechseln.
  • Um dem Arbeitsdruck zu entgehen, pusteten sie die Kontaktlöcher voll Dreck, so dass Störungen auftreten mussten, deren Beseitigung für sie Pausen bedeuteten.
  • In der Reparaturpause schütteten die Techniker das dreckige Quecksilber auf den Boden.
  • Die Kartentechnik war 9 mal schneller als die Konkurrenz (Zählung 1890)
  • In Deutschland verzichtete man auf Hollerithmaschinen, um bedürftigen Menschen diese Arbeit zu geben.
  • Ein Staffelwalzen-Addierwerk beschleunigte die Auswertung auf 400 Karten/min
  • Der Hauptverdienst erfolgte durch die Verleihung der Maschinen und den Verkauf der leeren Karten. (1000 Stück a30ct Kosten: im Verkauf zu 1$ / 1890)

PUNCHR04 LOKART25

LOKART26 LK-stanzer-IBM3525

... und wehe, dem Programmierer fiel sein Lochkartenstapel hin (Bilder oben aus den 1970er Jahren). Sortieren nur von Hand! Außerdem verknickten die Karten z.T. im optischen Leser. Da freute sich der Operator Schreien , der alleine in dem Rechenzentrum an die Apparate, dafür aber alle Fehler beseitigen durfte. Höllenlärm der Stanzerbatterien und Sortiermaschinen. 1976 habe ich für 16 DM ein 1000er-Pack gekauft, aber nur ganz wenige ALGOL- und FORTRAN-Programme gestanzt. "Programmieren im Maschinenbau" hieß diese neue fortschrittliche Vorlesung an der TU Braunschweig.

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