Nacht des Wissens 2022

Hauptkategorie: Aktuelles Erstellt: Dienstag, 12. Juli 2022 Zuletzt aktualisiert: Donnerstag, 27. Oktober 2022 Veröffentlicht: Donnerstag, 14. Juli 2022 Geschrieben von Jens Kirchhoff

+++ 14.07.2022 +++

 Am Samstag, den 09.Juli war wieder eine (die 5.) Nacht des Wissens an der Universität Göttingen und Göttinger Instituten, wie z.B. Universitätsbibliothek, Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung (GWDG), Max-Planck-Institut
für Sonnensystemforschung, Hochschule für angewandte Wissenschaften und Kunst (HAWK), Private Hochschule, Fakultäten, Unternehmen und Vereine.

Unser Stand war dieses Mal zwar etwas abgelegen in der 1. Etage, dafür hatten wir genügend Platz für unsere Exponate.

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 Wir stellten aus:
  • PDP11-Minicomputer mit ASR-33-FERNSCHREIBER
  • Apple ][e mit Spielen und BASIC-Programmieren
  • Kinderleichtes Programmieren, wobei man Befehle aus grafischen Blöcken „zusammenschiebt”.
  • Commodore PET: BASIC-Programm auf 8-Bit-Rechner mit grünem Bildschirm (Anfang 1980er Jahre)
  • Kurbelrechenmaschine "Brunsviga"
  • Rechenschieber
  • Addiator (Blechrechner zum Ziehen mit Stift)
  • Chipfertigung mit Einkristall und Wafern
  • Vectrex Spielekonsole (die früheste für das Wohnzimmer)
Nacht des Wissens-2022_Stand (10) (Mittel)
Nacht des Wissens-2022_Stand (12) (Mittel)
Nacht des Wissens-2022_Stand (15) (Mittel)
Nacht des Wissens-2022_Stand (19q) (Mittel)
Nacht des Wissens-2022_Stand (21) (Mittel)
Nacht des Wissens-2022_Stand (22q) (Mittel)
Nacht des Wissens-2022_Stand (2q) (Mittel)
Nacht des Wissens-2022_Stand (4) (Mittel)
Nacht des Wissens-2022_Stand (5) (Mittel)
Nacht des Wissens-2022_Vortrag ENIGMA  (1) (Mittel)
Nacht des Wissens-2022_Vortrag ENIGMA (2) (Mittel)
Nacht des Wissens-2022_Vortrag ENIGMA (3) (Mittel)
NdW_Impressionen_Nacht-09072022-FuenfteNdWinGoettingen_28
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01/14 
start stop bwd fwd
 
Was solll man sagen? Das Interesse war gigantisch; unsere Standbetreuer kamen aus dem Reden über die Abendstunden gar nicht mehr heraus. Viele Besucher, für die gerade kein Betreuer für Erklärungen bereit stand, setzten sich an die Geräte, lasen die Aufgabenblätter und versuchten sich selbst. Junge Leute erklärten jungen Leuten die Funktion von den "alten" Gerätschaften. Und hier geschah wieder das Wunder, der didaktische Wert ist kaum zu überschätzen: Mit großer Begeisterung nahm man den Lerneffekt auf. So also funktioniert eine mechanische Rechenmaschine bzw. eine automatisierte Rechnung, so funktioniert ein Computer im Kern. Die Fragen gingen auch eindeutig dahin, denn offenbar haben Viele schon etwas Programmieren oder Computerbedienung gelernt, aber nie begriffen, was da im Prozessor wirklich abgeht, wie die grundlegenden Ideen waren und noch sind.
 
Das Spielerische findet aber schon immer seinen Höhepunkt mit der Verctrex-Konsole, von der sich vor allem die Kinder und jungen Jugendlichen gar nicht mehr lösen können. Das Spacewar-Spiel piepte andauernd mit jedem Schuss und donnerte im Transistorradio-Sound, sobald ein Angreifer (,was auch immer der dargestellte Mehrzack sein sollte,) zerstört wurde und in mehrere "Teile" implodierte. Dabei wurde vergessen, dass die Elektronik gar nicht digital ist, sondern analog (Schaltkreise). Und eine Attraktion geht unbewusst davon aus, dass die Figuren von einem Elektronenstrahl auf den Schirm gemalt werden, wie beim alten Fernseher oder dem damaligen Oszilloskop - nix Pixel. Man sieht das deutlich an dem deutlichen Bild, dem Nachleuchten (Doppelbild) und den Ecken: Wo der Strahl kurz verweilen muss, um die neue Richtung einzunehmen, also an den Ecken der Figuren, ist der Fleck heller als auf einem Strich.
 
 Die zwei Vorträge zur ENIGMA und BOMBE in Hörsaal 009 wurden ordentlich angenommen. Das Interesse war groß und die Vorträge kamen sehr gut an. Da der zweite Vortrag schwierigeren Stoff beinhaltete und nicht als Fortsetzung des ersten beworben wurde, wurde eine Veröffentlichung zum Nachlesen gefordert. Der Autor kommt dem demnächst nach. Beim ersten Vortrag, der mit Videoclips, Bildern und einer Enigma-Simulation angereichert war, gab es dann noch ein Highlight: Dr. Welke vom DARC e.V. (Deutscher Amateur Radio Club) brachte eine Sendeanlage mit Morsetaste mit, führte live das Morsen eines Funkspruches vor und erklärte ausführlich, wie schwierig es ist, ein guter "Hörer" zu werden, wenn die Morsezeichen schneller werden.
 
Schließlich bekam der Verein vor Ort noch ein wertvolles Sammlungsstück geschenkt. Begeistert probierten wir den mechanischen Kleinrechner aus, der in sehr gutem Erhaltungszustand war: Alles funktioniert noch nach 68 (!) Jahren sehr gut. Dem Spender ein herzliches Danke auch an dieser Stelle.
 
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